Sonntag, 22 April 2018

Interviews

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Ester Mottini lebt seit mehreren Jahren in St. Moritz und ist seitdem aktives VOGRA-Mitglied. Als diplomierte Organistin ist sie für die evangelisch-reformierte Kirch in St. Moritz als Organistin und Chorleiterin tätig. Für den VOGRA bereitet sie die Auszubildenden des VOGRA während 2 Jahren auf die praktische Abschlussprüfung vor.

 

Wie kamen Sie zum Orgelspiel?
Als Jugendliche hörte ich Schallplatten mit Orgelmusik, da war's um mich geschehen - eine Art „Liebe auf den ersten Ton“ - dieses Instrument wollte ich spielen lernen. Die enorme Klangbreite von ganz leise bis mächtig laut und die unterschiedlichen Klangfarben der Register faszinierten mich. Die Flötenstimmen schienen direkt mit meinem Herzen zu sprechen.

 

Wie lange sind Sie bereits als Organistin tätig?
Seit 35 Jahren.

 

Was für Ausbildungen/Kurse haben Sie gemacht?
Berufsausbildung beim „Schweizerischen Musikpädagogischen Verband“ (nach heutigem System Masterabschluss).

 

Wo waren Sie bereits überall als Organistin tätig?
In verschiedenen Gemeinden in und um Zürich (katholisch und reformiert).

 

An was für ein Ereignis mögen Sie sich noch gut erinnern?
Ich hatte eine katholische Messfeier zu begleiten; zuvor aber hatte ich einen Dienst in einer anderen Gemeinde. Das Taxi kam spät, ich war in Eile, doch je mehr ich den Fahrer darauf hinwies, dass ich pünktlich eintreffen müsse, desto langsamer fuhr er, jedenfalls schien es mir so. Ganz geknickt gestand er mir, was für ein schlechter Katholik er sei, dass er kaum je in die Kirche gehe, dabei verlangsamte er das Tempo. Die Kirchenglocken läuteten und allmählich verklangen sie. Jetzt hätte ich zum Einzug spielen sollen. Ich schleuderte in die Kirche um den Rank und die Treppe hoch auf die Empore gerade rechtzeitig fürs Kyrie. Bei dieser Sache hatte ich Glück im Unglück: Es war Fastenzeit und das Orgelspiel zum Einzug wäre sowieso weggefallen - eingefahren ist mir dieses Erlebnis aber trotzdem und entsprechende Träume verfolgen mich bis heute.

 

Was mögen Sie an Ihrem Job – dem Orgeln – ganz besonders?
Ich kann die Arbeits- bzw. Übzeit weitgehend frei einteilen, ich bin in der Regel frei in der Auswahl der Stücke und kann regelmässig Konzerte geben, ohne dass ich den Raum dafür „mieten“ muss.

 

Wie wurden Sie ein VOGRA-Mitglied?
In Zürich war ich Mitglied des Kirchenmusikerverbandes gewesen, da lag es auf der Hand, nach meinem Umzug nach Graubünden in den VOGRA zu wechseln.

 

Wie profitieren Sie von VOGRA?
Der VOGRA engagiert sich in der Aus- und Weiterbildung von Organisten/Innen und Chorleitern/Innen. In diesem Rahmen darf ich unterrichten. Über die Zeitschrift „Musik und Gottesdienst“ erfahre ich Neues aus der Orgel- und Chorwelt, die VOGRA kümmert sich um die Verbreitung von Werken von Bündner Komponisten, eine gute Sache!

 

 


Stephan Thomas

Stephan Thomas

Stephan Thomas, geboren 1962 in Chur, ist Berufsorganist und seit mehreren Jahren in der Churer Stadtkirche St. Martin tätig. Als bedeutendes Mitglied des VOGRA können Sie hier mehr über seine Biografie lesen.

Stephan Thomas wurde 1962 in Chur geboren, wo er auch aufgewachsen ist. An der Bündner Kantonsschule absolvierte er die Matura und studierte anschliessend am Konservatorium Zürich die Fächer Orgel, Klavier, Klavierpädagogik, Chorleitung und Musiktheorie.

Nach bestandenem Lehrdiplom für Orgel begann er ein Phil I-Studium an der Zürcher Universität mit den Fächern Geschichte und Musikwissenschaft; gleichzeitig bereitete er sich auf die Konzertreifeprüfung Orgel und das Theorielehrerdiplom vor. Nach seiner Wahl zum Organisten der Churer Stadtkirche St. Martin änderte er seine Berufsziele; er gab die Idee einer Laufbahn als Historiker auf und beschloss sich hauptberuflich der Musik zu widmen.

In der Folge schloss er die beiden noch laufenden Studien an der Musikhochschule (Theorie und Konzertfach Orgel) mit Diplom ab. Er änderte die Fächerkonstellation seines Universitätsstudiums und lizenzierte später in Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Geschichte der Neuzeit.

Neben seiner Erwerbstätigkeit nahm er mehrere Jahre regelmässig weiterbildenden Unterricht bei Pierre Cogen, dem Titularorganisten der Basilique Ste-Clotilde in Paris. In jüngerer Zeit besuchte er eine Kulturmanagement-Ausbildung am Stapferhaus auf Schloss Lenzburg.

Frühere Stationen auf pädagogischem Gebiet waren das Bündner Lehrerseminar in Chur, das Konservatorium Schaffhausen und die Berufsabteilung Klassik der Musikakademie St. Gallen. All diese Ausbildungen wurden abgeschlossen.

 

 


Roman Cantieni

Roman Cantieni 2

Roman Cantieni wurde in Chur geboren. Seine Studienjahre verbrachte er in Zürich, Wien und Basel. Er machte Lehrdiplome für Orgel, Schulgesang und Klavier in Zürich.

Roman Cantieni war Student in der Konzertausbildungsklasse für Orgel bei Anton Heiller in Wien. Dort besuchte er auch die Abteilung Kapellmeisterschule und Kirchenmusik. An der Musikakademie in Basel erhielt er in der Klasse von Eduard Müller das Konzertdiplom. Anschliessend nahm der diplomierte Konzertorganist an mehreren Meisterkursen für Orgel und Cembalo bei A. Heiller, M.C. Alain, F.L. Tagliavini, G. Leonhardt und H. Vogel teil. Danach begann Roman Cantieni das Hammerflügelstudium mit Trudeliese Amsler-L. Seit 1970 war er als Professor für Musik in Chur tätig. Bis heute gab Roman Cantieni im In- und Ausland zahlreiche Konzerte. Zudem wurden mehrere Rundfunk- und TV-Aufnahmen von dem begabten Organisten gedreht. Roman Cantieni ist Experte für Orgelneubauten und -restaurationen sowie ein grosser Kenner auf Gebiet historischer Tasteninstrumente der Schweiz, vielen Ländern Europas und den USA. So setzte sich der interessierte Organist intensiv mit historischen Tasteninstrumenten und der stilgerechter Aufführungspraxis der alten Musik auseinander.

Als erfolgreicher Organist wirkte Roman Cantieni sogar an der Gesamteinspielung der Bach-Orgelwerke 1985 in Mailand mit. Gleichzeitig war er Dozent an internationalen Meisterkursen, u.a. in Salt Lake City, Venedig und Chur. Ein weiteres Highlight seiner Karriere ist die Gesamtaufführung der Mozartklaviersonaten auf dem Hammerflügel mit seiner Frau Dorothea. In den letzten Jahren veröffentlichte er diverse CDs mit Mozart (Fortepiano), Haydn (Cembalo), den Bach-Söhnen (Org./Cb./H.fl.), Bach und Mendelssohn. 1997 erhielt Roman Cantieni den Anerkennungspreis der Regierung für kulturelle Leistungen.

Vor zwei Jahren (2014) veröffentlichte Roman Cantieni seine Bach-CD. Ein sehr gelungenes Werk, gespielt auf der Orgel des Kloster Disentis.

 

 


Christa Pinggera

Christa Pinggera ist seit mehreren Jahren Präsidentin des VOGRA und lebt in Zernez. Bereits mehr als 30 Jahren ist sie als Organistin tätig. Während 2 Jahren machte sie die Ausbildung des VOGRA mit dem kantonalanerkannten Ausweis. Diese Ausbildungen bietet der VOGRA und der BVKOK immer noch an.

 

Wie kamen Sie zum Orgelspiel?
Ich konnte gut Klavier spielen und die ref. Kirchgemeinde Zernez hat mich angefragt. Die Kirchenorgel und die Kirchenmusik haben mich schon als Kind und Jugendliche sehr fasziniert, war doch mein Vater über 60 Jahre als Organist tätig. Auch mein Bruder und mein Schwager sind Organisten in der ref. Kirche an ihrem Wohnort.

 

Wie lange sind Sie bereits als Organistin tätig?
Schon seit 1984.

 

Was für Ausbildungen/Kurse haben Sie gemacht?
Kantonaler Ausweis des VOGRA, seit dem Eintritt die jährlichen 6 Lektionen und fast alle Tageskurse.

 

Wo waren Sie bereits überall als Organistin tätig?
In Zernez/Brail und Susch regelmässig / in Lavin, S-chanf, La Punt, Cinuos-chel und Zuoz aushilfsmässig.

 

An was für ein Ereignis mögen Sie sich noch gut erinnern?
Beim 1. Gottesdienst wünschte ich mir, dass die Orgel über mich falle! Ein Highlight war die Begleitung eines Dudelsackbläsers an einer Hochzeitsfeier.

 

Was mögen Sie an Ihrem Job - dem Orgeln - ganz besonders?
Vor allem die musikalische Gestaltung eines Gottesdienstes und die Zusammenarbeit mit den Pfarrern/Innen (auch wenn es nicht immer leicht ist!).

 

Wie kamen Sie auf die Idee ein VOGRA-Mitglied zu werden?
Auf die Empfehlung einer Organistin in Zernez.

 

Welche Angebote des VOGRA benutzen Sie?
Alle!