Samstag, 22 September 2018

Interviews

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Ester Mottini lebt seit mehreren Jahren in St. Moritz und ist seitdem aktives VOGRA-Mitglied. Als diplomierte Organistin ist sie für die evangelisch-reformierte Kirch in St. Moritz als Organistin und Chorleiterin tätig. Für den VOGRA bereitet sie die Auszubildenden des VOGRA während 2 Jahren auf die praktische Abschlussprüfung vor.

 

Wie kamen Sie zum Orgelspiel?
Als Jugendliche hörte ich Schallplatten mit Orgelmusik, da war's um mich geschehen - eine Art „Liebe auf den ersten Ton“ - dieses Instrument wollte ich spielen lernen. Die enorme Klangbreite von ganz leise bis mächtig laut und die unterschiedlichen Klangfarben der Register faszinierten mich. Die Flötenstimmen schienen direkt mit meinem Herzen zu sprechen.

 

Wie lange sind Sie bereits als Organistin tätig?
Seit 35 Jahren.

 

Was für Ausbildungen/Kurse haben Sie gemacht?
Berufsausbildung beim „Schweizerischen Musikpädagogischen Verband“ (nach heutigem System Masterabschluss).

 

Wo waren Sie bereits überall als Organistin tätig?
In verschiedenen Gemeinden in und um Zürich (katholisch und reformiert).

 

An was für ein Ereignis mögen Sie sich noch gut erinnern?
Ich hatte eine katholische Messfeier zu begleiten; zuvor aber hatte ich einen Dienst in einer anderen Gemeinde. Das Taxi kam spät, ich war in Eile, doch je mehr ich den Fahrer darauf hinwies, dass ich pünktlich eintreffen müsse, desto langsamer fuhr er, jedenfalls schien es mir so. Ganz geknickt gestand er mir, was für ein schlechter Katholik er sei, dass er kaum je in die Kirche gehe, dabei verlangsamte er das Tempo. Die Kirchenglocken läuteten und allmählich verklangen sie. Jetzt hätte ich zum Einzug spielen sollen. Ich schleuderte in die Kirche um den Rank und die Treppe hoch auf die Empore gerade rechtzeitig fürs Kyrie. Bei dieser Sache hatte ich Glück im Unglück: Es war Fastenzeit und das Orgelspiel zum Einzug wäre sowieso weggefallen - eingefahren ist mir dieses Erlebnis aber trotzdem und entsprechende Träume verfolgen mich bis heute.

 

Was mögen Sie an Ihrem Job – dem Orgeln – ganz besonders?
Ich kann die Arbeits- bzw. Übzeit weitgehend frei einteilen, ich bin in der Regel frei in der Auswahl der Stücke und kann regelmässig Konzerte geben, ohne dass ich den Raum dafür „mieten“ muss.

 

Wie wurden Sie ein VOGRA-Mitglied?
In Zürich war ich Mitglied des Kirchenmusikerverbandes gewesen, da lag es auf der Hand, nach meinem Umzug nach Graubünden in den VOGRA zu wechseln.

 

Wie profitieren Sie von VOGRA?
Der VOGRA engagiert sich in der Aus- und Weiterbildung von Organisten/Innen und Chorleitern/Innen. In diesem Rahmen darf ich unterrichten. Über die Zeitschrift „Musik und Gottesdienst“ erfahre ich Neues aus der Orgel- und Chorwelt, die VOGRA kümmert sich um die Verbreitung von Werken von Bündner Komponisten, eine gute Sache!